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CETLALIC...
und Paulo Freire

Es
war toll, sich mit Leuten auf Spanisch zu unterhalten und
Erfahrungen und Geschichten auszutauschen. Als Europäer
war es ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende des Programms
hatte ich mich mit dem Lebensstil angefreundet.
(John Francis Murphy, Irland)

Ich
habe mich rundum sicher gefühlt, so dass ich meine Angst,
Fehler beim Sprechen zu machen, verloren habe.
(Meg Sanders, Hampshire College)

Don Felix Serdán signiert sein Buch, ein Zeugnis von
vielen Jahren sozialen Engagements.
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Paulo Freire und seine Pädagogik
Paulo Freire war ein Lehrer in den 1960ern, der
ein Erwachsenenbildungsprogramm für den bitterarmen Nordosten
Brasiliens entwickelte, welches zur Grundlage seiner Erziehungsphilosophie
wurde. Paulo Freire spricht vom „schaffenden Wort”,
das aus dem persönlichen Lebensumfeld der Studierenden genommen
werden soll, um es mittels deren aktiver Teilnahme zum Fortkommen
und Lernen zu verwenden.
Zusammengefasst lehrt uns diese Philosophie, dass
„diejenigen, welche – durch das Lesen und Schreiben
lernen – zu einem bewußteren Selbstbild kommen und beginnen,
kritisch auf die soziale Situation zu schauen, in der sie sich befinden,
oft aktiv werden, um die Gesellschaft zu verändern, die ihnen
die Gelegenheit zur Teilnahme verweigert hat.“ (Paulo Freire,
Pedagogy of the Oppressed. New York, NY: The Continuum Publishing
Company, 1989, Vorwort von Richard Shaull, S.9.)
CETLALICs Anwendung der Freire’schen pädagogischen
Methoden
Die Methode, die wir verwenden, ist einzigartig
in Cuernavaca und übrigens auch in vielen Teilen Lateinamerikas
und Spaniens. Sie ist ein Versuch, sich von traditionellen mechanischen
Methoden zu lösen, welche oft auch ideologische Unterdrückung
fördern. Es war nicht leicht, das, was wir als LehrerInnen
jahrelang getan haben – und was wir als SchülerInnen
selbst während unserer Erziehung erlebt haben – zu ändern.
Paulo Freire betont das „schaffende Wort”, welches aus
den persönlichen Lebensumständen der Studierenden kommen
und wiederum auf diese angewandt werden soll, Die Aufgabe der LehrerInnen
ist es, offen, mit Respekt und vor allem bescheiden aufzutreten,
um eine horizontale Beziehung (im Gegensatz zu einer vertikalen,
d.h. über- vs. untergeordnete Rollen einnehmend) mit den Studierenden
zu schaffen. Da wir mit Menschen aus anderen Kulturen arbeiten,
können wir nicht „die“ schaffenden Wörter
benutzen. Dennoch wird das Konzept angewandt, wenn bspw. besondere
Grammatiklektionen durchgenommen werden oder Aktivitäten durchgeführt
werden, bei denen die Studierenden aktiv teilnehmen und so einen
Einblick in die Realität der spanischen Sprache, wie sich in
der Kultur Mexikos manifestiert, bekommen. All dies geschieht durch
eine Verbindung von Unterricht im Klassenraum und direktem Erleben
der Kultur.
Für uns ist Sprachunterricht die Vermittlung
von Kultur – diese beiden sind untrennbar, und es ist nicht
möglich, eins von beiden ohne das andere zu lehren oder zu
lernen. Die „Kultur“, von der wir dabei sprechen, ist
nicht irgendein idyllisch-romantisches Konzept, sondern es ist die
gegenwärtige, konkrete Realität eines Volkes, dessen Erbe,
Widersprüche und Probleme umumgänglich sind, um seine
Sprache zu verstehen.

CETLALICs Bekenntnis zu Freire hört nicht bei den Studierenden
auf: Die CETLALIC-Familien werden regelmäßig zu verschiedenen
Themen geschult. Dies ist ein Workshop zum Thema Homophobie.
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